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Divertikulitis

Die Divertikulitis tritt zumeist im S-Darm (Sigma) als Sigmadivertikulitis auf und stellt die häufigste entzündliche Darmerkrankung dar. Sie ist durch eine unphysiologische Drucksteigerung aufgrund von ballaststoff- und faserarmer Kost bedingt. Folge sind Aussackungen der Darmwand (Divertikel). Die ersten Schübe einer unkomplizierten Divertikulitis werden meist konservativ mittels Nahrungskarenz und Gabe von Antibiotika therapiert. Treten schwer wiegendere Komplikationen wie die peranale Blutung, Fistel, Abszesse oder die Perforation der Darmwand mit Bauchfellentzündung auf oder wiederholen sich die entzündlichen Schübe mehrfach in kurzen Zeiträumen, ist eine Operation erforderlich.
 
Therapie
Die operative Therapie umfasst die Entfernung der Divertikel tragenden Darmabschnitte, zudem die Drainage von Fisteln und Abszessen. In der unkomplizierten Situation kann die Operation in der Schlüssellochtechnik als laparoskopisches Verfahren durchgeführt werden. An Stelle eines längeren Bauchschnitts werden dann mehrere kleinere Schnitte (1 bis 3 cm Länge) sowie ein größerer Schnitt oberhalb der Symphyse (ca. 5 bis 10 cm) zur Bergung des Darmpräparates vorgenommen. Geeignet sind Patienten, die sich zuvor keiner größeren Bauchoperation unterziehen mussten. Vorteile sind neben der kleineren Narbe (Kosmetik) die beschleunigte Rekonvaleszenz. Ist eine sofortige Nahtverbindung (Anastomose) aufgrund der lokalen (Entzündungs) Situation nicht ratsam, wird der zum Anus führende Darmschenkel blind verschlossen und der zuführende Darmanteil als künstlicher Darmausgang ausgeleitet (Hartmann-Operation). Dieses Verfahren ist nur kritischen, lebensbedrohlichen Situationen vorbehalten, zeichnet sich jedoch durch eine große Sicherheit und Zügigkeit aus. Die Wiederherstellung der Darmkontinuität erfolgt nach Abheilung der Entzündungsreaktion nach einem Zeitintervall von meist 3 bis 6 Monaten.