Header Stadtmission Heidelberg
Header Stadtmission Heidelberg

Pressemitteilungen

 


Uni-Chirurgie und Salem ko(-)operieren

Büchler wird gleichzeitig Chefarzt der Salem-Chirurgie – Entlastung der Uni-Klinik für weitere Spezialisierung auf Schwerstkranke

Seit acht Uhr gestern morgen stand Professor Büchler im OP, hat zwei Schilddrüsen, eine Gallen-, zwei Leistenoperationen gemeistert und einem Patienten einen gutartigen Tumor entfernt. Der Geschäftsführende Direktor der Chirurgischen Universitätsklinik operierte aber im Handschuhsheimer Krankenhaus Salem, nicht in seinem bisherigen Stammhaus im Neuenheimer Feld. „Startschuss für eine neue Ausrichtung der Chirurgie im Salem“, wie dessen Geschäftsführer Jürgen Unrath sagt. Und für das Universtitätsklinikum hat das auch Folgen.

Seit Mitte des Monats ist Büchler auch Chefarzt der Chirurgie des Salem, zusätzlich zu seiner Arbeit am Uni-Klinikum. Denn das von der Stadtmission Heidelberg betriebene Spital und das öffentlich-rechtliche Klinikum sind im Bereich der Chirurgie eine enge Kooperation eingegangen. Ziel ist, dass Patienten der Grund- und Regelversorgung, die innerhalb einer Woche wieder entlassen werden können, zukünftig im Salem versorgt werden. So sollen Patienten etwa mit Leistenbrüchen oder Blinddarmentzündungen in dem evangelischen Krankenhaus versorgt werden. Anspruchvolle, groß e Operationen, etwa bei Krebspatienten oder Transplantationen, sollen schwerpunktmäßig in der Uni-Chirurgie durchgeführt werden. Damit soll sich die Uni-Klinik als Maximalversorger auf die Patienten mit schweren Erkrankungen konzentrieren. Geplant ist, dass in diesem ersten Jahr der Kooperation an die 500 Patienten statt in der Uni-Klinik im Krankhaus Salem kuriert werden. Mittel- und langfristig ist das Ziel, diese Zahl zu verkoppeln. Nutznießer davon: Einerseits das Salem, das zusätzlich zu den 2000 bis 2500 Patienten in diesem Bereich seine Betten auslasten kann. Andererseits das Uniklinikum, das sich vermehrt auf die schwerkranken Patienten konzentriert. Büchler und Unrath betonen, dass die neuartige Kooperation den Patienten nur Vorteile bringe. Wobei sich trotzdem jeder Kranke noch immer für das Krankenhaus seiner Wahl entscheiden könne.

Notwendig, zumindest aber beschleunigt, wurde diese Kooperation durch die Gesundheitsreform. Denn seit nicht mehr die Bettenbelegung, sondern die Eingriffe pauschal von den Krankenkassen bezahlt werden, müssen die Krankenhäuser noch mehr auf ihre Kosten achten. Büchler rechnet vor, dass für die Operation eines Leistenbruchs von den Kassen 1500 Euro gezahlt werden. Der Tagessatz im Uni-Klinikum betrage aber schon rund 1000 Euro, im Salem hingegen zwischen 500 und 750 Euro, so Unrath. Die unterschiedlichen Tageskosten kommen daher, dass die Uni-Klinik als Maximalversorger beispielsweise viel mehr Intensivstationsplätze vorhalten muss, wie ein „normales“ Krankenhaus. Deswegen ist es für beide Seiten wirtschaftlicher, relativ unkomplizierte Routineoperationen im Salem durchzuführen.

Möglich wurde diese Kooperation, weil der bisherige Leiter der Salm-Chirurgie, Professor Wolfgang Wahl, nach Darmstadt wechselt. Bei der Frage der Neubesetzung traten dann Uni-Klinik und Salem Mitte März in Verhandlungen und innerhalb weniger Wochen einigte man sich für diese Kooperation, die bislang in Heidelberg einzigartig ist und in Deutschland wohl nur noch in Göttingen betrieben wird.

Büchler, der kein zweites Chefarzt-Grundgehalt bezieht, betont, dass er immer dort operieren wird, wo er gebraucht wird. Das hänge vom jeweiligen Patientenaufkommen ab. Er hält das Projekt für wegweisend und kündigte schon an, dass die Innere Medizin der Uni-Klinik mit dem Salem und deren Magen-Darm-Leber-Spezialisten, Professor Helmut K. Seitz, ebenfalls kooperieren will.
 




 


Neue Arbeitsteilung von Uni-Klinik und Salem

Heidelberg. (mün) Die Universitätsklinik und das evangelische Krankenhaus Salem sind im Bereich der Chirurgie eine enge Kooperation eingegangen. Zukünftig sollen Patienten mit vergleichsweise unkomplizierten Routineoperationen in dem Privatkrankenhaus behandelt werden. So soll sich das Uni-Klinikum verstärkt auf die Versorgung von Schwerkranken konzentrieren können. Zudem wird der Direktor der Uni-Chirurgie, Professor Markus W. Büchler den vakanten Chefarztposten am Salem übernehmen. Beide Einrichtungen versprechen sich davon Einsparpotenziale. Die fortschreitende Spezialisierung beider Häuser komme den Patienten zugute. Trotzdem werden sie auch zukünftig frei ihr behandelndes Krankhaus auswählen können.