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Therapie

Bei der Behandlung der "Senkung" unterscheidet man zwischen konservativen und operativen Therapiemöglichkeiten. Die Wahl des jeweiligen Therapieverfahrens hängt sehr vom Ausprägungsgrad der Senkung, der Symptomatik und dem Leidensdruck der Patientin ab. Bevor eine operative Therapie in Betracht gezogen wird, sollten in der Regel möglichst die konservativen Therapiemöglichkeiten ausgeschöpft werden.

Das Beckenbodentraining kann mit Hilfe von Broschüren selbst oder gezielt durch eine krankengymnastische Anleitung erlernt werden. Wichtig für den Erfolg des Trainings ist ein konsequentes und tägliches Üben. Als Unterstützung werden auch unterschiedliche Elektrostimulationsgeräte angeboten. Die Frau führt sich eine Vaginal- oder Rektalsonde in die Scheide oder den Enddarm ein, die Elektrostimulationsimpulse unterschiedlicher Frequenzen an die Beckenbodenmuskulatur liefert, um ein Zusammenziehen (Kontraktion) der Muskulatur auszulösen und sie so zu trainieren. Außerdem gibt es so genannte Biofeedback-Geräte, bei denen die Frau selbst den Erfolg der aktiven Beckenbodenanspannung ablesen kann. Wenn eine medizinische Indikation vorliegt, können diese Hilfsmittel vom Arzt auf Rezept verordnet werden.

Darüberhinaus gibt es eine Vielzahl von Hilfsmitteln, die beim Vorliegen einer Senkung oder bei einem Vorfall symptomatisch angewendet werden können. Es gibt zum Beispiel Ring- oder Würfelpessare, die vom Arzt angepasst werden sollten.

Generell ist es wichtig, auf eine ausreichende Versorgung der Scheide mit weiblichen Hormonen (Östrogenen) zu achten. Insbesondere bei Frauen nach den Wechseljahren, die keine Hormone einnehmen, kommt es durch den Hormonmangel im Bereich der Harn- und Geschlechtsorgane (Uro-Genitalbereich) zu einer Austrocknung (Atrophie) des Gewebes. Häufige Begleiterscheinungen sind hierbei Scheiden- oder Blaseninfektionen, Juckreiz und Zeichen der verminderten Durchblutung mit Elastizitätsverminderung des Gewebes. Falls keine medizinischen Einwände bestehen, sollte man diesen Frauen zu einer Hormonersatztherapie raten, oder zumindest in der Scheide den Östrogenmangel durch Scheidenzäpfchen oder -salbe behandeln.

Bringen die konservativen Therapieverfahren keine Besserung der Symptomatik, kann der Frau bei entsprechendem Leidensdruck auch zu einer Senkungs-Operation (Descensus-Operation) geraten werden.

Das jeweilige Operationsverfahren richtet sich danach, welches Organ sich gesenkt hat und nach dem Ausmaß der Senkung. Es gibt Operationen, die von der Scheide aus durchgeführt werden können. Dazu gehört die vordere oder die hintere Scheidenraffung (Kolporraphie) evtl. in Kombination mit einer Gebärmutterentfernung. Bei besonders schweren Ausprägungen oder der Wiederkehr einer Senkung kann der Beckenboden zusätzlich durch ein Netz (MESH) verstärkt werden.

Andere Operationen müssen von einem Bauchschnitt aus erfolgen. Dazu gehören die Entfernung einer großen Gebärmutter, die seitliche oder hintere Fixierung der Scheide oder des Scheidenstumpfes zum Beispiel an einem Band oder Bändern des Beckenknochens, die Behebung eines Dünndarmvorfalls etc.

Falls die Senkung mit einer Harninkontinenz einhergeht, oder wenn eine Senkung eine Inkontinenz kaschiert (so genannte larvierte Streßinkontinenz), die Inkontinenz also erst in Erscheinung tritt, wenn man die Senkung behebt, kann neben der Senkungs-Operation auch eine Inkontinenz-Operation erforderlich sein. Um die richtige Indikation für das entsprechende Operationsverfahren stellen zu können, ist es meist sinnvoll, vor der Operation eine spezielle Blasendruckmessung (Urodynamik) durchführen zu lassen.

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